Bis zu 80 % KfW-Zuschuss

Wärmepumpe: Heizen ohne Brennstoff.

Eine Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Ob sich das in Ihrem Haus rechnet, hängt an einer einzigen Zahl: der Vorlauftemperatur.

Die entscheidende Zahl

Vorlauftemperatur ist alles.

Je niedriger die Temperatur, mit der Ihre Heizung auskommt, desto weniger Strom braucht die Wärmepumpe. Der Unterschied ist erheblich: Bei 35 °C über eine Fußbodenheizung sind rund 4,3 Kilowattstunden Wärme je Kilowattstunde Strom realistisch, bei 55 °C über Bestandsheizkörper nur noch etwa 3,0. Das sind über 40 Prozent Unterschied bei den Betriebskosten.

Die gute Nachricht: Man muss dafür selten das ganze Haus dämmen. Größere Heizkörper in wenigen kritischen Räumen und ein hydraulischer Abgleich bringen die Vorlauftemperatur oft um 10 bis 15 °C herunter – für einen Bruchteil der Kosten einer Fassadendämmung.

  • Funktioniert in den meisten Altbauten
  • Keine Erdarbeiten bei Luft-Wasser-Geräten
  • Mit eigener Solaranlage sinken die Betriebskosten weiter
Von der Anfrage bis zur Wärme

So läuft eine Umstellung.

1

Heizlast bestimmen

Aus Verbrauch und Gebäudedaten ergibt sich, wie viel Leistung nötig ist. Eine zu groß gewählte Wärmepumpe taktet und verschleißt schneller.

2

Wärmeverteilung prüfen

Reichen die vorhandenen Heizkörper bei niedriger Vorlauftemperatur? Falls nicht, werden einzelne getauscht – das ist meist die günstigste Maßnahme.

3

Förderantrag stellen

Vor der Auftragserteilung, sonst entfällt der Zuschuss. Üblich ist ein Vertrag mit aufschiebender Bedingung.

4

Montage und Elektro

Fundament, Außengerät, Innengerät, Speicher, Hydraulik. Dazu die eigene Absicherung und die Steuereinrichtung nach § 14a EnWG.

5

Einregulieren

Hydraulischer Abgleich und Heizkurve. Dieser Schritt entscheidet über die laufenden Kosten und wird am häufigsten vernachlässigt.

Rechenbeispiel

Was kostet der Betrieb im Jahr?

Der Vergleich, auf den es ankommt: bisherige Heizkosten gegen Wärmepumpenstrom.

Einfamilienhaus, 150 m², vorher 22.000 kWh Erdgas

Bestandsheizkörper, nach Tausch einzelner Heizkörper 45 °C Vorlauf, Jahresarbeitszahl 3,4.

  • Nutzbare Wärme (90 % Kesselwirkungsgrad)19.800 kWh
  • Gaskosten bisher bei 0,12 €/kWh2.640 €/Jahr
  • Strombedarf Wärmepumpe (19.800 ÷ 3,4)5.824 kWh
  • Stromkosten bei 0,26 €/kWh (Wärmepumpentarif)1.514 €/Jahr
  • Ersparnis1.126 €/Jahr

Bliebe die Vorlauftemperatur bei 55 °C, läge die Jahresarbeitszahl bei rund 3,0 und die Stromkosten bei etwa 1.716 € – die Ersparnis schrumpft auf 924 €. Das ist der Unterschied, den ein Heizkörpertausch für ein paar hundert Euro ausmacht. Mit eigener Photovoltaik sinken die Stromkosten weiter, weil ein Teil des Wärmepumpenstroms vom Dach kommt. Alle Werte sind Annahmen mit Ihren Preisen nachzurechnen.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zur Wärmepumpe

Wie laut ist eine Wärmepumpe wirklich?
Das ist die Sorge Nummer eins, meist wegen der Nachbarn. Aktuelle Luft-Wasser-Geräte liegen bei rund 50 bis 60 Dezibel Schallleistungspegel. Entscheidend ist aber nicht dieser Katalogwert, sondern der Schalldruck am Nachbargrundstück – und der hängt von Abstand, Aufstellort und Umgebung ab. Als Orientierung gelten die Richtwerte der TA Lärm: in allgemeinen Wohngebieten nachts 40 Dezibel am Immissionsort. Drei Dinge helfen konkret: ausreichend Abstand zur Grundstücksgrenze, keine Aufstellung in einer Ecke zwischen zwei Wänden (dort verstärkt sich der Schall), und ein Gerät mit Nachtabsenkung. Ein guter Planer rechnet den Schalldruck vorab aus, statt zu hoffen.
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe?
Teilen Sie Ihren bisherigen Wärmebedarf durch die Jahresarbeitszahl. Beispiel: 20.000 kWh Wärme geteilt durch 3,5 ergibt rund 5.700 kWh Strom im Jahr. Bei einem Wärmepumpentarif von etwa 26 Cent sind das rund 1.480 €. Wichtig: Für Wärmepumpen gibt es eigene, günstigere Stromtarife, weil der Netzbetreiber die Anlage nach § 14a EnWG in Spitzenzeiten kurzzeitig drosseln darf. Dafür brauchen Sie einen separaten Zähler oder ein Smart-Meter-Gateway. Unser Rechner ermittelt Ihren voraussichtlichen Jahresstrombedarf aus Ihren Gebäudedaten.
Funktioniert das auch bei minus 15 Grad?
Ja. Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen arbeiten bis etwa minus 20 Grad, allerdings mit sinkender Effizienz – bei sehr tiefen Temperaturen schrumpft die Arbeitszahl in Richtung 2. Weil solche Tage in Deutschland selten sind, fällt das im Jahresmittel kaum ins Gewicht. Wichtig ist, dass die Anlage auf die Normaußentemperatur Ihrer Region ausgelegt wird und ein eventueller Heizstab nur als Notreserve dient, nicht als Dauerlösung. Wenn ein Angebot den Heizstab fest einplant, um die Gerätegröße zu drücken, ist das ein Warnzeichen.
Was kostet die Wartung?
Deutlich weniger als bei einer Gas- oder Ölheizung: Es gibt keine Verbrennung, keinen Schornsteinfeger für die Abgasmessung und keinen Brennstoffkauf. Üblich ist eine jährliche Wartung für etwa 150 bis 300 €, bei der Kältekreis, Filter, Kondensatablauf und Anlagendruck geprüft werden. Ein Wartungsprotokoll ist wichtig, weil viele Hersteller die Garantie daran knüpfen und die KfW es verlangen kann. Anlagen mit mehr als drei Kilogramm Kältemittel unterliegen zusätzlich einer gesetzlichen Dichtheitsprüfung.
Brauche ich eine Genehmigung?
Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Außenbereich in der Regel nicht, es gilt aber das Nachbarrecht des jeweiligen Bundeslands mit Mindestabständen zur Grundstücksgrenze. In Berlin und Brandenburg sind üblicherweise drei Meter einzuhalten, es gibt aber Ausnahmen. Anders sieht es bei Erdwärme aus: Bohrungen sind wasserrechtlich genehmigungspflichtig. Anmelden müssen Sie die Wärmepumpe in jedem Fall beim Netzbetreiber – das gehört zu den Aufgaben des Fachbetriebs.
Wärmepumpe und Photovoltaik zusammen – lohnt das?
Ja, aber anders als viele erwarten. Im Winter, wenn die Wärmepumpe am meisten Strom braucht, liefert die Solaranlage am wenigsten. Der große Effekt liegt in der Übergangszeit und beim Warmwasser: Von März bis Oktober kann ein erheblicher Teil des Wärmepumpenstroms vom eigenen Dach kommen. Über das Jahr gerechnet decken Anlagen in der Praxis oft 25 bis 40 Prozent des Wärmepumpenstroms. Das ist kein Autarkieversprechen, aber ein deutlicher Kostenvorteil – und der Grund, warum sich die Kombination rechnet.
Was, wenn ich in fünf Jahren dämmen will?
Dann sollte die Wärmepumpe nicht auf den heutigen Zustand ausgelegt werden, sondern die geplante Sanierung berücksichtigen – sonst ist das Gerät hinterher zu groß und taktet. Sagen Sie das dem Planer ausdrücklich. Umgekehrt gilt: Die Reihenfolge Dämmung zuerst, Wärmepumpe danach ist technisch sauberer, verschenkt aber unter Umständen die heutigen Fördersätze. Was in Ihrem Fall sinnvoller ist, hängt vom Zustand des Hauses ab und gehört in eine ehrliche Beratung.

Passt eine Wärmepumpe in Ihr Haus?

Wir sagen es Ihnen ehrlich – auch dann, wenn die Antwort „noch nicht" lautet.

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