Sonne von mittags bis abends

Stromspeicher: Sonne für den Abend.

Ohne Speicher nutzen Sie etwa ein Drittel Ihres Solarstroms selbst, der Rest geht für wenig Geld ins Netz. Mit Speicher sind 60 bis 80 Prozent realistisch. Die Frage ist nur, welche Größe sich rechnet.

Die richtige Größe

Größer ist nicht besser.

Ein Speicher, der im Sommer nie ganz leer wird, verdient sein Geld nicht zurück. Als Richtwert gilt etwa 1 kWh Speicher je 1.000 kWh Jahresstromverbrauch.

5 bis 8 kWh

Für Haushalte ohne Wärmepumpe und E-Auto. Deckt Abend und Nacht ab, mehr braucht es meist nicht.

10 bis 12 kWh

Der Normalfall im Einfamilienhaus mit vier Personen. Gutes Verhältnis aus Preis je kWh und tatsächlicher Nutzung.

15 kWh und mehr

Sinnvoll mit Wärmepumpe, E-Auto oder wenn Notstrom gewünscht ist. Darunter zahlt sich die Größe selten aus.

Notstrom

Nicht jeder Speicher kann das. Ersatzstrom für einzelne Stromkreise oder volle Notstromfähigkeit sind zwei verschiedene Dinge – und zwei verschiedene Preise.

Worauf Sie im Angebot achten sollten

Vier Punkte, die den Unterschied machen.

1

Nutzbare statt nominale Kapazität

Angegeben wird gern die Bruttokapazität. Nutzbar sind davon je nach Technik 90 bis 96 Prozent. Fragen Sie nach der nutzbaren Zahl, die steht im Datenblatt.

2

Zellchemie

Lithium-Eisenphosphat gilt heute als Standard für Heimspeicher: langlebiger, thermisch unkritischer und günstiger als ältere Zelltypen.

3

Garantie in Zyklen und Jahren

Üblich sind zehn Jahre oder eine festgelegte Zahl an Ladezyklen, je nachdem was zuerst eintritt. Auch die garantierte Restkapazität am Ende gehört ins Angebot.

4

Aufstellort

Speicher mögen keine Frost- und keine Hitzeräume. Ein trockener Keller oder Hauswirtschaftsraum ist ideal, eine ungedämmte Garage selten.

Rechenbeispiel

Rechnet sich ein Speicher überhaupt?

Ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Hier die Rechnung an einem Standardfall.

10 kWp Anlage, 4.500 kWh Jahresverbrauch, 10 kWh Speicher

Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauch bei etwa 30 Prozent, mit Speicher bei rund 65 Prozent.

  • Mehrpreis für den Speicher5.500 €
  • Zusätzlich selbst genutzter Stromrund 1.575 kWh/Jahr
  • Wert je kWh (0,35 € gespart statt 0,077 € Einspeisung)0,273 €
  • Zusätzlicher Vorteil430 €/Jahr
  • Rechnerische Amortisationrund 13 Jahre

Damit liegt der Speicher etwa an der Grenze seiner üblichen Garantiedauer von zehn Jahren. Deutlich besser wird die Rechnung, sobald eine Wärmepumpe oder ein E-Auto dazukommt: Dann wird der Speicher häufiger geleert und wieder gefüllt, und jeder Zyklus bringt Geld. Steigt der Strompreis, verkürzt sich die Amortisation ebenfalls. Wer den Speicher vor allem für Unabhängigkeit und Notstrom will, trifft eine andere Entscheidung als eine rein wirtschaftliche – das ist völlig in Ordnung, sollte aber bewusst geschehen.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zum Stromspeicher

Wie lange hält ein Speicher?
Lithium-Eisenphosphat-Speicher, heute der Standard im Eigenheim, schaffen typischerweise 6.000 bis 10.000 Ladezyklen. Bei einem Zyklus pro Tag sind das rechnerisch weit über 15 Jahre. Die Garantie liegt meist bei zehn Jahren oder einer festen Zyklenzahl, je nachdem was zuerst eintritt, und sichert eine Restkapazität von rund 70 bis 80 Prozent zu. Wichtig beim Vergleich: Manche Hersteller garantieren Zyklen, andere eine durchgesetzte Energiemenge in Megawattstunden – das lässt sich nur mit Blick ins Datenblatt vergleichen.
Was ist ein dynamischer Stromtarif und passt der zum Speicher?
Bei einem dynamischen Tarif wechselt der Strompreis stündlich mit dem Börsenpreis. Ein Speicher mit passender Steuerung kann dann laden, wenn Strom günstig ist, und sich in teuren Stunden entladen. Das lohnt sich vor allem für Haushalte mit hohem Verbrauch, etwa mit Wärmepumpe oder E-Auto. Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem und ein Speicher beziehungsweise Energiemanager, der solche Tarife überhaupt verarbeiten kann. Nicht jedes Gerät kann das – fragen Sie danach, bevor Sie kaufen.
Ersatzstrom oder Notstrom – wo ist der Unterschied?
Ersatzstrom versorgt nach einer kurzen Umschaltpause von wenigen Sekunden ausgewählte Stromkreise oder eine einzelne Notstromsteckdose. Echte Notstromfähigkeit schaltet unterbrechungsfrei um und versorgt das gesamte Haus weiter, auch dreiphasig. Der Unterschied im Aufwand ist erheblich, weil eine Netztrennstelle und zusätzliche Schutztechnik nötig werden. Rechnen Sie je nach Umfang mit 500 bis 2.500 € Aufpreis. Wer nur den Kühlschrank und das WLAN sichern will, braucht keine Vollausstattung.
Wo darf der Speicher stehen?
Ideal ist ein trockener, frostfreier Raum mit möglichst gleichmäßiger Temperatur, also Keller oder Hauswirtschaftsraum. Ungedämmte Garagen und Dachböden sind ungeeignet, weil Kälte die nutzbare Kapazität senkt und Hitze die Alterung beschleunigt. Der Aufstellort sollte außerdem gut zugänglich sein, damit Wartung und ein späterer Austausch ohne Bauarbeiten möglich sind. Der Weg zum Zählerschrank sollte kurz sein, jeder Meter Leitung kostet Geld und ein wenig Wirkungsgrad.
Kann ich einen Speicher später nachrüsten?
Ja, wenn es vorbereitet ist. Bei einem sogenannten DC-gekoppelten System muss der Wechselrichter speicherfähig sein – nachträglich bedeutet das oft, ihn zu tauschen. AC-gekoppelte Speicher lassen sich unabhängig davon ergänzen, arbeiten aber mit etwas mehr Umwandlungsverlust. Wenn Sie den Speicher heute noch nicht wollen, ihn aber für möglich halten, lassen Sie das ausdrücklich ins Angebot schreiben und wählen Sie einen speicherfähigen Wechselrichter. Der Aufpreis dafür ist klein, das nachträgliche Tauschen teuer.
Wird der Speicher gefördert?
Einen bundesweiten Zuschuss speziell für Batteriespeicher gibt es derzeit nicht. Wird der Speicher aber zusammen mit einer Photovoltaikanlage am Wohngebäude geliefert und montiert, gilt der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG – das sind rund 19 Prozent, die schlicht nicht anfallen. Einzelne Bundesländer und Kommunen legen zusätzlich eigene Programme auf, diese ändern sich aber häufig. Wir prüfen bei der Beratung, ob für Ihre Adresse gerade etwas verfügbar ist.

Welcher Speicher passt zu Ihrem Verbrauch?

Sagen Sie uns Ihren Jahresverbrauch, wir sagen Ihnen die sinnvolle Größe.

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