Lohnt sich Photovoltaik 2026 noch?
Kurz: In den meisten Fällen ja, aber aus einem anderen Grund als vor zehn Jahren. Wer heute mit der Einspeisevergütung rechnet, rechnet falsch.
Was sich geändert hat
Vor zehn Jahren war eine Solaranlage eine Geldanlage: Man speiste alles ein und bekam eine hohe, garantierte Vergütung. Dieses Modell ist vorbei. Die Einspeisevergütung für Anlagen bis 10 kWp liegt bei Teileinspeisung derzeit bei rund 7,7 Cent je Kilowattstunde und sinkt halbjährlich um etwa ein Prozent weiter.
Gleichzeitig ist etwas anderes passiert: Anlagen sind deutlich günstiger geworden, seit 2023 fällt keine Umsatzsteuer mehr an, und Netzstrom kostet rund 35 Cent. Damit hat sich die Logik umgedreht. Nicht die Einspeisung bringt das Geld, sondern der vermiedene Netzbezug. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, ist rund viereinhalbmal so viel wert wie eine eingespeiste.
Die Rechnung an einem echten Fall
Nehmen wir ein Einfamilienhaus mit vier Personen und 4.500 kWh Jahresverbrauch. Auf dem Satteldach liegen 10 kWp, dazu ein Speicher mit 8 kWh. Investition: rund 19.500 € – die Spannen dahinter stehen unter Kosten.
Die Anlage erzeugt bei etwa 950 kWh je kWp rund 9.500 kWh im Jahr. Mit Speicher deckt sie etwa 66 Prozent des Haushaltsbedarfs, also rund 2.970 kWh. Bei 35 Cent Netzstrompreis sind das 1.040 € gespart. Die übrigen 6.530 kWh gehen ins Netz und bringen bei 7,7 Cent noch 503 €. Davon gehen rund 195 € im Jahr für Versicherung, Zähler und die Rücklage für den Wechselrichter ab. Bleiben 1.347 € Vorteil pro Jahr – rechnerisch amortisiert sich die Anlage damit in etwa 14,5 Jahren.
Ohne die Betriebskosten stünden hier zwölf Jahre, und genau so rechnen es die meisten. Wir zeigen die ehrlichere Zahl. Danach läuft die Anlage weiter: Module halten typischerweise 25 bis 30 Jahre. Der Wechselrichter muss meist nach 12 bis 15 Jahren getauscht werden – deshalb steckt er oben schon in der Rücklage. Mit Ihren eigenen Zahlen rechnet das der Rentabilitätsrechner.
Für wen es sich besonders lohnt
- Haushalte mit E-Auto: Laden am Tag hebt den Eigenverbrauch stark
- Häuser mit Wärmepumpe: hoher Strombedarf, der teils vom Dach kommt
- Familien, die tagsüber zu Hause sind
- Ost-West-Dächer: Ertrag verteilt sich auf Morgen und Abend
Für wen eher nicht
Es gibt Fälle, in denen wir abraten. Wenn das Dach in den nächsten Jahren ohnehin neu gedeckt werden muss, sollte das zuerst geschehen – eine Anlage abzubauen und wieder aufzulegen kostet vierstellig. Wenn ein Verkauf des Hauses in kurzer Frist ansteht, wird sich die Anlage nicht amortisieren und erhöht den Verkaufspreis meist nicht in gleicher Höhe. Und bei einem Zwei-Personen-Haushalt mit 2.000 kWh Jahresverbrauch und starker Verschattung wird die Rechnung schlicht dünn.
Was in der Praxis schiefgeht
Aus dem, was uns im Angebots-Check begegnet: Erträge werden zu optimistisch gerechnet, Verschattung wird nicht geprüft, und der Zählerschrank taucht im Angebot gar nicht auf und kommt später als Nachtrag. Realistisch sind in Deutschland 900 bis 1.050 kWh je kWp und Jahr. Wer Ihnen 1.200 verspricht, rechnet mit süddeutschen Bestwerten.
Sie haben ein Angebot vorliegen? Wir prüfen es kostenlos auf Auslegung, Ertragsannahmen und Preis – innerhalb von 24 Stunden.
Angebot prüfen lassenHäufige Fragen dazu
Wie viel spare ich mit einer Photovoltaikanlage im Jahr?
Was passiert nach 20 Jahren mit der Einspeisevergütung?
Rechnet sich eine Anlage auch auf einem Ost-West-Dach?
Ihre Frage war nicht dabei?
Rechnet es sich bei Ihnen?
Wir gehen die Zahlen für Ihr Haus mit Ihnen durch, am Telefon und kostenlos.
- Kostenlos und unverbindlich
- Antwort in der Regel innerhalb eines Werktags
- Lieber direkt? 0163 4440392
Danke, ist angekommen.
Wir melden uns in der Regel innerhalb eines Werktags bei Ihnen.