Ratgeber · Checkliste

Angebot prüfen: 12 Punkte, die drinstehen müssen.

Ein Angebot ohne diese Angaben ist nicht günstiger als die Konkurrenz. Es ist nur unvollständig – und die Differenz kommt später als Nachtrag.

Bei jeder Anlage

1. Alle Komponenten mit Hersteller und Typbezeichnung. „Wechselrichter 10 kW" reicht nicht. Ohne genaue Bezeichnung können Sie weder Datenblatt noch Preis vergleichen, und der Betrieb kann im Zweifel etwas anderes einbauen.

2. Garantien getrennt ausgewiesen. Herstellergarantie auf Produkt und Leistung, gesetzliche Gewährleistung auf die Montage. Bei Modulen sind 25 Jahre Leistungsgarantie üblich, bei Wechselrichtern deutlich weniger.

3. Der Zählerschrank. Als eigene Position mit Preis, auch wenn er vielleicht nicht nötig wird. Fehlt er, ist das kein günstiges Angebot, sondern ein unvollständiges.

4. Gerüst und Zuwegung. Wer stellt das Gerüst, für wie lange, und wer zahlt Standzeitverlängerung bei Wetter?

5. Anmeldung beim Netzbetreiber und, bei Photovoltaik, im Marktstammdatenregister. Wer macht es, ist es im Preis?

6. Ein verbindlicher Termin- oder Zeitrahmen und was passiert, wenn er nicht gehalten wird.

7. Zahlungsplan. Übliche Anzahlungen liegen bei 20 bis 30 Prozent. Wer 80 Prozent vor Baubeginn verlangt, verlagert sein Risiko auf Sie.

8. Entsorgung von Verpackung, Altgerät und Bauschutt.

Zusätzlich bei Photovoltaik

9. Der angenommene spezifische Ertrag in Kilowattstunden je kWp. Realistisch sind 900 bis 1.050. Steht dort 1.200, wurde mit Bestwerten gerechnet.

10. Eine Verschattungsbetrachtung. Schornstein, Gaube, Nachbarbaum – wurde das geprüft und wie wird damit umgegangen?

Zusätzlich bei Wärmepumpen

11. Die zugrunde gelegte Heizlast und wie sie ermittelt wurde. Eine raumweise Berechnung nach DIN EN 12831 ist der Maßstab; eine Schätzung nach Quadratmetern ist für die Auslegung zu ungenau.

12. Hydraulischer Abgleich und Heizkurve. Beides gehört zur Leistung, nicht als Extra. Ohne Abgleich läuft die Anlage dauerhaft teurer als nötig.

Drei Warnzeichen

Zeitdruck. „Der Preis gilt nur heute" ist im Handwerk kein seriöses Argument. Materialpreise ändern sich nicht über Nacht.

Kein Vor-Ort-Termin. Wer Ihnen ein verbindliches Angebot macht, ohne Dach, Keller und Zählerschrank gesehen zu haben, rät.

Ein einziger Gesamtpreis ohne Aufschlüsselung. Sie können dann weder vergleichen noch erkennen, wo gespart wurde.

Und der Preis?

Der niedrigste Preis gewinnt selten. Wichtiger ist, ob Leistungsumfang und Preis zusammenpassen. Eine Einordnung marktüblicher Spannen für Anlagen, Speicher und Wärmepumpen finden Sie auf unserer Kostenseite – damit können Sie ein Angebot selbst einordnen, bevor Sie mit jemandem sprechen.

Lieber prüfen lassen? Schicken Sie uns Ihr Angebot. Wir sehen es unabhängig durch und melden uns innerhalb von 24 Stunden – kostenlos und ohne Verkaufsinteresse.

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